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Es gab sehr viele Monate an denen ich einfach nur noch im Überlebensmodus war. Genau genommen waren es die ersten sechs Monate und das nonstop. Es war einfach kein Ende in Sicht!

Eine 5-Minuten-Dusche oder ein kurzer Toilettengang war purer Luxus für mich, geschweige denn von einem entspannten Schlaf.

Naja, den entspannten Schlaf kann ich vermutlich noch weit, weit, weeeiiiit nach hinten schieben…!

Aber nach sechs Monaten, war endlich ein winzig kleiner Lichtblick am Ende des Tunnels. Mein Sohn hatte ab dato, meine Beruhigungsversuche sofort akzeptiert. Nicht erst nach Stunden der Bemühungen.

Mann, war das ein besonderer Fortschritt!

Aber nicht das du denkst: „Na dann ist doch jetzt alles easy-peasy!“

Nein, babyleicht gibt es bei High Need Babys nicht! Sie geben dir zwar das Gefühl, dass sie nun etwas akzeptieren, aber wehe, wenn das Erwartete nicht eintrifft…!

Klar schaffte ich es nun meinen Sohn sofort zu beruhigen, aber sobald ich ihn nicht im Arm trug (wie von ihm erwartet), dann ging das intensive Geschrei wieder los.

Der Fortschritt lag also darin, dass zwar die 5-Minuten-Duschen und kurzen Toilettengänge immer noch purer Luxus für mich waren, aber, wenn ich mir diesen „Luxus“ gönnte, wusste ich, dass es nicht lange braucht, um meinen Sohn zu beruhigen.

Unglaublicher Fortschritt oder?

Bei meinem ersten Sohn (ein Anfängerbaby), war das kein Fortschritt, sondern Normalität…!

Oh ja, High Need Babys rauben uns Eltern tatsächlich jegliche Energie.

Aber gut, damit du die Sichtweise eines auslaugenden High Need Babys nicht nur aus meiner Sicht siehst, beschreibe ich dir dieses Merkmal im Folgenden, aus der langjährigen Erfahrung von Dr. Sears (dem Namens-Gründer von High Need Baby).

Das dritte Merkmal – Entleerend / Auslaugend

High Need Babys entziehen den müden Eltern jedes bisschen Energie – und wollen dann mehr. Obwohl Eltern den Begriff „entleerend“ verwenden, ist dies kein klarer Vergleich. Was Sie Ihrem Baby geben, geht nicht den Abfluss hinunter. Vielleicht ist „auslaugend“ ein genauerer Begriff. Was Sie wirklich tun, ist, viel von Ihrer Energie in den Tank Ihres Babys zu transferieren, um ihm zu helfen, zu gedeihen. Sie müssen so viel positive Einstellung aufbringen, wie Sie können. Versuchen Sie, diese „auslaugenden“ Tage als „gebende“ Tage zu betrachten. Dies wird Ihnen helfen, diese pflegeintensiven ersten Monate zu überstehen.

Die Mutterzone

Babys nehmen sich den Treibstoff, den sie brauchen, von Ihnen, ohne darüber nachzudenken, ob sie im Tank der Mutter etwas zurücklassen. Das scheinbar ständige Halten, Stillen und Trösten lässt wenig Energie für Ihre Bedürfnisse übrig. Erfahrene Mütter lernen, in dem zu operieren, was eine Frau „die Mutterzone“ nennt. Es ist wie die „Dämmerzone“; man fühlt sich ein wenig benebelt, etwas schlaflos; man funktioniert einfach für eine gewisse Zeit auf Sparflamme.

Es ist eine Phase, die vorübergeht; und während Sie sich in ihr befinden, versuchen Sie, nicht dagegen anzukämpfen oder sie zu verübeln. Anstatt sich selbst zu bemitleiden, dass Sie nicht genug Schlaf bekommen haben, erwarten Sie einfach nicht so viel von sich selbst an diesem Tag. Natürlich sind Sie nicht völlig ausgeruht – Sie sind die Mutter eines Babys, das Sie braucht. Zeit, die Sie in der Mutterzone verbringen, ist gut für Sie und für das Baby. Wenn Sie sich weniger anstrengen, wird es einfacher sein, mit Ihnen zusammen zu sein. Sie werden glücklicher sein, wenn Sie weniger zu tun haben. Andere Aufgaben können warten, aber das Baby nicht.

Viele Mütter scheinen eine innere Energieanzeige zu haben, die auf magische Weise mehr Treibstoff herbeischafft, wenn der Tank fast leer ist. Es wird Tage geben, an denen Sie das Baby ununterbrochen halten und keine Pause machen. Aber gerade dann, wenn Sie das Gefühl haben, einen weiteren Tag des Gebens nicht bewältigen zu können, bekommen Sie einen zweiten Wind, und plötzlich können Sie sich entspannen und das Aufblühen der einzigartigen Persönlichkeit Ihres Babys genießen. Es ist, als ob das Baby die Belastungsgrenze der Mutter spürt und sich ein wenig zurückzieht. Es wird wahrscheinlich keine freien Tage geben, aber einige Tage werden weniger schwierig sein als andere.

Mein Schlusswort

Wie du im Text von Dr. Sears gelesen hast, sagt er, dass diese auslaugenden Phasen vorübergehen. Bei manchen High Need Babys sind diese Phasen schneller vorüber, als bei anderen. Was aber definitiv ist, ist, dass ein High Need Baby über mehrere Monate (manchmal sogar über Jahre) hinweg, für die Eltern auslaugend ist. Und es ist wichtig, dass du als Elternteil, genau in dieser Zeit, dir jegliche Unterstützung holst, wo du nur holen kannst.

Energiereserven füllen sich nicht von alleine auf! Wenn du also merkst, dass du kaum noch Kraft und Energie hast, dann warte nicht zu lange, dir Unterstützung zu holen. Sei es beim Partner, Familie oder Freunde. Es gibt viele Möglichkeiten für dein Umfeld, dich zu unterstützen: z.B. im Haushalt helfen, (Vor)kochen, einkaufen, mit dem Baby spazieren gehen, auf Geschwisterkinder aufpassen und und und… All das gibt dir Zeit, deine Energiereserven aufzutanken, damit du dir mal ein langes Bad oder ein langes Nickerchen gönnen kannst…!

Du wirst es dir danken und dein Baby wird es dir auch danken!

Für den besseren Überblick

Hier sind alle 12 Merkmale eines High Need Babys aufgeführt:

  1. Intensiv
  2. Hyperaktiv
  3. Entleerend / Auslaugend
  4. Häufiges Füttern
  5. Fordernd
  6. Häufiges Erwachen
  7. Unzufrieden
  8. Unberechenbar
  9. Hochsensibel
  10. Kann Baby nicht ablegen
  11. Kein Selbstberuhiger
  12. Trennungsempfindlich
*Bitte bedenke, dass nicht jedes High Need Baby / temperamentvolles Baby alle zwölf Merkmale haben muss, um als solches zu gelten. Aber dennoch die meisten davon.

Hast du auch ein auslaugendes High Need Baby / temperamentvolles Baby? Kommt dir dabei der Wunsch, dich mit Gleichgesinnten auszutauschen? Dann komm doch in meine private Facebook-Unterstützungsgruppe.

Wenn du dir nicht ganz sicher bist, ob du ein High Need Baby / temperamentvolles Baby hast, dann mach doch bei meinem Quiz mit. Dort erfährst du einiges über die verschiedenen Baby-Temperamente. Klicke dafür auf diesen Link.

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Fühl dich umarmt

1 Kommentar

  1. Ines

    Trauriger Artikel. Leider wird in unserer Gesellschaft immer noch erwartet, dass sich Babys in einem Kinderwagen, einen Meter von ihrer Mutter entfernt, beruhigen können oder sich gar wohl fühlen. Die Babys kommen aus Mamas Bauch und brauchen weiterhin die Nähe und sind überhaupt nicht dafür angelegt sich in irgendeiner Form selbst zu beruhigen. Dazu müsste ein Baby eine Situation einschätzen können, was aller, aller frühestens mit dem Beginn des Krabbelns und der dreidimensionalen Wahrnehmung seiner Umwelt beginnen kann. Ich habe unser Kind ununterbrochen getragen. Dank bester Babytragen war ich nie eingeschränkt. Ich habe Hausarbeit erledigt, unsere Pferde und Hühner vollständig versorgt und Baby war immer in der Trage dabei. Ich habe mich niemals gestört gefühlt. Jedes Baby ist ein High Need Baby. Es liegt nicht am Baby, sondern an den gesellschaftlich auferlegten Erwartungen der Eltern an diese kleinen unverstandenen Wesen.

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